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Mittagessen im Farmhouse in Phobjikha

Für den heutigen Mittag hatten wir ein Essen in einem Farmhouse von unserer Agentur vorgeschlagen bekommen. Zuerst war vorgesehen, dass wir in einem Bauernhaus / Farmhouse übernachten, das wollte wir aber nicht. Einerseits sind wir ja nicht so darauf erpicht, jemandem so auf die Pelle zu rücken, andererseits sind wir inzwischen bequem geworden.

Aber ein Essen geht ja immer.

Also fuhren wir über Stock und Stein (bzw. Pfütze und Wurzel) zum Farmhouse.

Über ein Zaun ging es zum Haus, welches sehr traditionell gebaut und von außen sehr verzieht ist. Die Familie wohnt, wie es üblich ist, in der ersten Etage. Darüber ist oft noch ein Bereich, wo man Sachen lagern kann. Darunter Lagerraum für die Farm.

Über die (sehr schmale, das wird später noch relevant) Treppe links im Bild ging es in eine Art „Zwischengeschoss“, von wo aus eine weitere Treppe zur Wohnetage führt.

Unser Guide hatte als Willkommensgeschenk etwas „Doma zhes“ mitgebracht, Blatt und Nuss der Betelnusspalme. In kleinen Dosen hält das wach und fit, in großen Dosen high bzw. tödlich – hier kauen dies vor allem ältere Leute, was man an dem „gesunden“ Dunkelrot der Zähne sehen kann. Die alte Dame nahm das Gastgeschenk gerne an und setzte uns im Wohnzimmer am Ofen hin. Letzterer war glücklicherweise aus, uns war so schon warm genug.

Das, was da vor uns steht, war „Po Cha“, der berühmte Buttertee. Selbiger wird aus Tee, Yakmilch und Butter gemacht. Hier in der Region wird dann auch leicht gerösteter Reis in den „Tee“ gegeben.

Wir haben ihn probiert, obwohl uns viele Quellen davor gewarnt haben. Und sagen wir mal so: Wenn man nicht gerade Tee erwartet, sondern ehe eine Getränk ähnlich einer Brühe, dann war das sogar wirklich lecker.

Zum teilweisen erstaunen unseres Guide, Fahrers und der 66-jährigen Dame haben wir dann alles leer getrunken.

Sind wir jetzt komisch? In den Augen der Gastgeberin war sie erfreut überrascht, dass wir das getrunken haben. Und unser Guide hatte inzwischen schon mitbekommen, dass wir gerne etwas ausprobieren und dabei freundlich bleiben, selbst wenn es nicht unser Fall ist.

Kurz danach kam die alte Dame, die übrigens unablässig redete und dabei kein Wort Englisch sprach oder verstand, mit dem Essen. Was Norbu direkt in Augenschein nehmen musste.

Für ihn ist das nämlich Essen wir zu Hause – dementsprechend hat er auch danach zugeschlagen und sich dann im Hotel später direkt aufs Zimmer verdrückt und einen Verdauungsschlaf gemacht.

Das Essen bestand aus Schweinefett mit Chilies, Spinat, Kartoffeln mit Chliiflocken, Emr Datschi (Käse mit Chilies) und Gemüse. Dazu Reis.

Und es war wirklich sehr, sehr gut! Sogar das Schweinefett. Und ganz besonders der Yakkäse mit Chilies – das war so lecker, dass man nicht aufhören konnte, auch wenn der Mund brennt.

Und nicht nur Norbu hat mehrfach Nachschlag genommen und auch wir konnten uns nur kurzzeitig zurückhalten.

Als aber wirklich nix mehr in die Mägen passte, kam die Dame des Hauses mit einem Plastikkanister und drei Tassen rein.

Wir wir vorher durch diverse vorbereitende Dokumentationen und Büchern wussten, erkennt man an dieser Darreichugngsform einen selbstgebrannten Schnapps, in Bhutan Aara genannt.

Wir durften beziehungsweise mussten probieren und nachdem Jens auch noch lächelnd gesagt hat, dass es schmeckt, schenkte die Dame weiter ein. Und wir bei alten Leuten üblich: Wenn man sagt, dass man genug hat, wird nachgeschenkt. Ergebnis: Oberflächenspannung ausgenutzt!

Wir sind uns übrigens sicher, dass die Fliege aus meinem Becher sich nach ihrer Rettung gleich wieder in Norbus Becher gestürzt hat. Der nicht so viel bekommen hat wie ich, aber er muss ja auch noch arbeiten.

Der Schnaps wird übrigens mit verschiedenen Dingen gebrannt, dieser hier hatte verschiedene getrocknete Gräser als Beigabe. Und schmeckte gar nicht mal so sprittig.

Als Abschluss dieses Erlebnisses ein Symbolbild: Links die Dame und Norbu, die gerade das Finanzielle klären. Daneben auf dem Schrank die Tüte mit den Unterlagen zum Klären des Finanziellen. Und daneben Reiskocher, Reiskörner für den Buttertee und die Kanne Schnaps. Alles da!

Ach ja: Wie man diese steile Leiter runterkommen soll, wenn man diesen Aara trinkt … keine Idee.

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