Nach dem Mittagessen ging es zum Chimi Lhakhang. Dieser buddhistische Tempel, der schön auf einem Berg liegt, wurde 1499 vom damaligen Herrscher erbaut wurde. Der Ort wurde deswegen gewählt, weil dort der „Divine Madman“ oder auch „Heiliger Narr“ Drukpa Kunley (1455–1529) einen Chorten errichtet hat.
Drukpa Kunley wurde 1455 geboren und gilt als derjenige, der den Buddhismus nach Bhutan gebracht hat. Und dabei ist er sehr unkonventionell in der Wahl seiner Methoden gewesen. Er schlief der Sage nach mit über 5000 Frauen. Seine Liebe zum süßen Alkohol erklärte er damit, früher eine Biene gewesen zu sein. Seine Faulheit damit, er wäre früher ein Schwein gewesen. Und sein fehlendes Schamgefühl damit, dass er in einer früheren Inkarnation verrückt gewesen wäre. Und unsere Lieblings-Geschichte über Drukpa Kunley ist, dass er einem Dämon einmal seinen magischen Donnerkeil der Weisheit in den Mund gerammt hat, um ihn zu besänftigen. Der Dämon verlor dadurch 8 Zähne und trat zum Buddhismus über. Wenn man sich vor Augen führt, welches Symbol für Lama Kunley steht, dann muss man eigentlich nix weiter sagen.
Er war sehr pragmatisch in seiner Art und verband die lokalen Traditionen mit dem Buddhismus, weswegen die Leute in Bhutan ihn bis heute sehr verehren.
An dieser Stelle, wo heute das Chimi Lhakhang steht, hat er ebenfalls einen Dämon vertrieben, indem er ihn einsperrte. Und hierzu wurde der Tempel errichtet, zu dem wir ein Stück durch die Reisfelder und ein kleines Dorf wandern wollten.
Auf dem Hinweg durch das doch recht warme und feuchte Tal und seine Reisfelder bogen wir dann in ein kleines Dorf ab, was sich durch einige Shops auszeichnete, die es voll auf den Tourismus abgesehen haben.
Wir haben uns ein paar Maler bei ihrer Arbeit angesehen, aber angesichts unseres eh schon umfangreichen Gepäcks vom Kauf eines Gemäldes abgesehen.
Also weiter auf der Strasse zum Hügel, auf dem der Tempel steht.
Diese Stelle sollte dann sehr interessant werden. Kurz nach diesem Foto kamen uns zwei LKWs der bhutanesischen Armee entgegen. Vorne zwei Fahrer, hinten drauf mehrere junge Soldaten. Als einer aus dem zweiten LKW uns gewunken hat, haben wir zurückgewunken. Wir vermuten, dass dies dann allerdings eventuell den Fahrer abgelenkt hat. Weswegen dieser den LKW mitsamt Besatzung in den Graben gesteuert hat. Einer ist runtergefallen und der Rest ist dann schnell abgesprungen. Keine Verletzten, nur viele verdutzte Gesichter bei den Soldaten, den anderen Leuten, den Indern auf der Baustelle nebenan und bei uns. Wir haben uns dann erst einmal zu Tempel verdrückt.
Vor uns dann ein Paar aus den USA in der lokalen Tracht. Sieht man auch nicht allzu oft. Auf dem Weg waren viele Kindert, die Himmel&Hölle gespielt haben oder uns Lieder vorsingen wollten.
Am Tempel selber waren wir dann etwas verschwitzt, weswegen wir unter einem Bodhi-Baum ausgeruht haben. Unter so einem Baum soll Buddha seine Lektionen erteilt haben, daher findet man diesen oft in buddhistischen Tempeln.
Vor dem Tempel dann der Chorten von Drukpa Kunley.
Vom Tempel selber haben wir gar kein Foto gemacht, was uns ein wenig wundert. Stattdessen haben wir diese Freunde hier festgehalten, die ihren gemeinsamen Mittagsschlaf am Eingang zum Tempel gehalten haben.
Im Tempel selber ist es übrigens üblich für Fruchbarkeit zu bitten. Kein Wunder bei der Symbolik. Wer dementsprechend spendet, bekommt übrigens eine Replika des magischen Donnerkeils der Weisheit auf den Kopf gedonnert. Naja, wem es gefällt …
Wir machten uns dann wieder zurück zum Auto, das heißt es ging desn gleichen Weg wieder durch das Dorf. Der verunglückte LKW war immer noch da und versperrte den einzigen Weg zum und vom Tempel. Der arme Fahrer wird wohl bis Dezember Strafdienst machen müssen …
Zurück haben wir dann noch einen anderen Weg eingeschlagen, um nicht wieder durch das Dorf zu gehen. Und haben dabei noch die schöne Umgebung genossen.
Auch Vögel konnte man beobachten.
Und selbst unser Guide verfiel dem Foto-Wahn und knipste, was die Speicherkarte hergab.
Ein schöner Tempel, ein witziger / beeindruckender / irrer Heiliger Bhutans. Und die Armee auch noch im Einsatz gesehen. Voller Erfolg würden wir sagen …
[…] dann nach Norden. Im Grunde genommen waren wir schon vor zwei Tagen in der Gegend, als wir uns den Chimi Lhakhang angeschaut haben. Von da aus geht es dann noch etwas weiter nach Norden bis zum Ort […]